Zurück zu den Impulsen

Textimpuls · 20. September 2026

Je mehr du dich annimmst

Selbstannahme beginnt nicht mit einem perfekten Spiegelbild. Sie beginnt mit der Entscheidung, den eigenen Körper und das eigene Sein nicht länger zum Gegner zu machen.

Je mehr ich auf mich schaue. Je ehrlicher ich mich wahrnehme. Je mehr ich mich annehme, innen wie außen. Je dankbarer ich dafür werde, ich selbst zu sein. Umso leichter fällt es mir, mich zu lieben.

Viele Frauen betrachten sich mit einem Blick, den sie bei einem geliebten Menschen niemals anwenden würden. Ein Fältchen wird zum Makel. Eine Rundung zum Problem. Eine Narbe oder ein Dehnungsstreifen zu etwas, das versteckt werden soll.

Doch dein Körper ist kein Ausstellungsstück. Er trägt deine Geschichte.

Du musst nicht jeden Teil von dir jeden Tag lieben. Aber du kannst aufhören, gegen dich zu kämpfen.

Dein Körper muss keinem fremden Maßstab entsprechen

Jede Größe, jede Statur und jede Lebensgeschichte ist anders. Genau darin liegt Schönheit. Zeitschriften, soziale Medien und fremde Erwartungen zeigen oft nur einen sehr kleinen Ausschnitt dessen, was angeblich richtig sein soll. Du darfst diesen Maßstab zurückgeben.

Vielleicht erzählen deine Fältchen von vielen gelebten Jahren. Vielleicht erinnern Dehnungsstreifen an eine Geburt, an Veränderung oder einfach an die Beschaffenheit deines Gewebes. Nichts davon mindert deinen Wert.

Schau weniger darauf, was im Außen von dir erwartet wird. Frage dich stattdessen:

  • Wie möchte ich mit mir sprechen?
  • Was tut meinem Körper gut?
  • Welche Kleidung lässt mich aufatmen?
  • Bei welchen Menschen darf ich ganz ich selbst sein?

Grenzen sind ein Teil von Selbstachtung

Du musst nicht in Beziehungen bleiben, in denen du regelmäßig abgewertet wirst. Du darfst Gespräche begrenzen, Abstand nehmen oder deutlich widersprechen. Nicht jede unbedachte Bemerkung verlangt sofort einen Abschied. Aber wiederholte Respektlosigkeit verdient eine klare Grenze.

Es gibt Menschen, die dich nicht erst verändern müssen, um dich mögen zu können. Und es gibt Menschen, bei denen du dich nicht kleiner machen musst, damit sie sich größer fühlen.

Komm wieder bei dir an

Je mehr du beginnst, dich anzunehmen, desto weniger Kraft brauchst du für Verstecken, Vergleichen und Rechtfertigen. Diese Kraft steht dir dann für dein Leben zur Verfügung.

Sei du. Lebe dich. Zeige dich. Genieße deinen Körper und dein FrauSein auf deine eigene Weise.

Für mich bedeutet FrauSein nicht, in ein neues Bild passen zu müssen. Es bedeutet, die eigene Kraft, Weichheit, Klarheit, Sinnlichkeit und Widersprüchlichkeit leben zu dürfen. Nicht als Rolle. Sondern als du selbst.

Selbstliebe ist kein Zustand, den du irgendwann perfekt beherrschst. Sie zeigt sich in der Art, wie du heute mit dir umgehst.

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